Etwas Abwechslung in schwierigen Zeiten

Wie üblich für das Wochenende der Baden-Württembergischen Landesmeisterschaften ließen sich auch dieses Jahr kurz vorm Anfang der Ferien in BaWü die Regenwolken blicken – nur eben ohne Landesmeisterschaften. Doch nach all den Hindernissen der letzten Zeit sollten Wind und Wetter das letzte sein, was die Sportler vor dem Wettkampf bei uns auf dem Mannheimer Altrhein abhalten sollten.

Mithilfe der wertvollen Erfahrungen des kleinen Wettbewerbs über die 3000m Langstreckendistanz vor vier Wochen zusammen mit der RG Speyer gelang es, innerhalb von kurzer Zeit einen weiteren Wettkampf auf die Beine zu stellen und somit einen weiteren kleinen Schritt Richtung „Normalität“ zu wagen. Wenn auch in größerem Ausmaß als vor vier Wochen fand der Wettkampf dennoch in begrenztem Rahmen statt:
Nachdem die Genehmigung der Stadt Mannheim sowie der Hafenbehörde vorlag, ging es in die heiße Phase und die Rennen waren zu besetzen. Wie in einer Punktlandung summierten sich aus den neun teilnehmenden Vereinen aus Worms, Speyer, Ludwigshafen, Heidelberg, Eberbach und Mannheim exakt 100 Sportler, wie es die aktuellen Vorgaben begrenzen. Daraus ergaben sich ganze 36 Rennen, in denen sich auf einer Strecke von 910m zwischen der Spitze der Naturschutzinsel bis zur „Dordrecht“ - vorbei an unserem Steg - hitzige Rennen auf vier Bahnen geliefert wurden.

Der Aufenthalt war während der Veranstaltung zwar nur für Sportler und Betreuer genehmigt, die Stimmung war aber dennoch gut, da sich am Strand des Altrheins genug Platz bot, um die Mannschaftskameraden vom Ufer aus anzufeuern.

Doch nicht nur in der Organisation – auch in den Rennen musste sich der MRC nicht verstecken: Nachdem Daniel mit einem Sieg die Regatta eröffnete überraschte besonders auch Christian mit zwei Siegen auf seiner ersten Regatta über Renndistanz sowohl im Einer als auch im Doppelzweier zusammen mit seinem Zweierpartner Louis. Aber auch unsere Juniorinnen Maja und Paula zeigten sich erfolgreich mit zwei Siegen jeweils im Einer als auch zusammen im Zweier über die 910m lange Strecke, die von der Distanz an die Landesmeisterschaft erinnert, die an diesem Wochenende hätten stattfinden sollen. Auch Philipp zeigte sein Können im leichten Jungen 1x und fuhr souverän als Erster durchs Ziel kurz vor der Diffenébrücke.
Gerade weil sowohl die Landesmeisterschaft als auch das Bundesfinale der Junioren und Senioren schweren Herzens für uns Sportler in diesem Jahr abgesagt wurden, müssen wir uns in diesem Jahr noch stärker auf den eigentlichen Spaß in der Gemeinschaft des Rudersports und gemeinsame Aktivitäten wie auf diese Regatta, bei der Sommerfreizeit in der kommenden Woche oder bei anderen Aktivitäten berufen.

Auch die Siegerehrung in großer Runde nach der Regatta war etwas sehr besonders:
Zum einen, da die „Radaddelchen“ normalerweise immer direkt nach dem jeweiligen Rennen verteilt werden – zum anderen, da sie mit Mundschutz auf unserem Bootsplatz stattfand.
Ich persönlich war von der Siegerehrung aber absolut angetan, da die Stimmung einfach eine andere ist als bei einer Verleihung auf dem Steg!

Ein absolut reibungsloser Ablauf ohne Zwischenfälle wurde durch ein gesondert entwickeltes Hygienekonzept, die Schifffahrtssperre sowie die Anwesenheit der DLRG gewährleistet, die sich ebenfalls über eine der sehr wenigen Veranstaltungen in diesem Jahr freute.
Vielen Dank an dieser Stelle an alle für die Realisierung dieser Veranstaltung!

Summa summarum brachte mir der Wettkampf den ganzen Tag ein Lächeln ins Gesicht und es macht schon ein wenig Stolz, in einem Verein zu sein, der solch ein Projekt in so schwierigen Zeiten so reibungslos auf die Beine stellen konnte und natürlich einmal auf heimischen Gewässern einen Wettkampf zu fahren, was absolut zur „Abwechslung in schwierigen Zeiten“ beiträgt.

Autor: 
Jan Erik K.
Datum: 
Mittwoch, 29 Juli, 2020 - 10:06